Die Liebe steht vor dem Aus?

Das kostet. Und nicht nur Nerven.

Sie haben alles versucht? Haben gekämpft, geliebt und gelitten? Doch nun soll alles vorbei sein? Das gemeinsame Leben? Die gemeinsam geschriebene Geschichte? Ob nach einer vergleichsweise kurzen, stürmischen Zeit des Zusammenlebens oder Jahrzehnten: Ein drohendes Beziehungsende kann schlimmer schmerzen als eine Fleischwunde. Entspannung? Was war das noch? Konzentrationsfähigkeit? Pustekuchen. Leistungsfähigkeit? War gestern. Energielevel? Unterhalb der Teppichkante. Doch nicht nur das.

Kopf & Herz landunter – emotionale Kosten

Eines vorweg: Wenn man sich außer bösen Worten nichts mehr zu sagen hat, kann ein Ende durchaus sinnvoll sein. Auf lange Sicht weniger schmerzhaft. Viele Paare scheuen jedoch vor diesem drastischen Schritt zurück. Zu Recht!

Eine Trennung ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Verständnis für einander noch nie wirklich da gewesen ist. Also nicht „nur“ unterwegs verloren ging. Oder, wenn Lebenspläne komplett inkompatibel (geworden) sind. Wenn z.B. PartnerIn A unbedingt auswandern und PartnerIn B auf keinen Fall mehr als 20 Autominuten entfernt von den Eltern leben will. Auch, wenn für A ausschließlich Monogamie in Frage kommt, B aber unbedingt in Polyamorie leben will. Was nur per kompletter Selbstaufgabe „passend gemacht“ werden kann, sollte sich wirklich niemand antun.

Der Alltag fluppt? Man ist ein super Team? Bis auf die Streiterei? Und, dass man in letzter Zeit die bisherige Liebe nicht mehr spüren kann? Da ist ein Aus sicher nicht der beste Aus-Weg. Denn oft sind es nur Missverständnisse, die kleinen, alltäglichen Dinge, die Wertvolles überschatten. Blöde Angewohnheiten, ererbte Erwartungshaltungen, selbstschädigende Denkmuster. Innere Saboteure, die uns vergessen machen, was der andere uns bedeutet. Was Beziehung bedeutet. Und, warum wir uns mal für diesen Menschen an unserer Seite entschieden haben.

Entscheidet man sich im Beziehungsstress überstürzt für ein Ende, kann sich das durchaus zu einem noch größeren Drama entwickeln. Besonders, wenn man die Entscheidung später bereut. Weit besser ist es, sich ein gutes Gewissen leisten zu können, in dem Bewusstsein nichts unversucht gelassen zu haben. Weil man wirklich alles getan hat, um zu retten, was tatsächlich noch zu retten ist. Wie? Indem man sich professionelle Unterstützung holt. Jemanden, der nicht mit drin steckt in der Beziehungskiste! Und deshalb die Draufsicht bewahren kann. Nicht nur hierzulande sondern weltweit beweisen Paartherapien seit Jahrzehnten, dass es durchaus gangbare Wege aus Beziehungskrisen heraus gibt. Man muss diese Wege nur kennen – und sie dann auch konsequent gehen.

Freiheit die ich meine?

Eine Trennung kostet Kraft. Egal, ob sie nun von beiden Seiten gewollt ist oder nur von einer. Nicht immer fühlt sich ein Neuanfang so toll an, wie man es sich mitten im Beziehungsstress erhofft oder ausgemalt hatte. Selbst dann nicht, wenn man der oder diejenige ist, der sich zum Gehen entschied. Man verliert mit der vertrauten Person auch jemanden, mit dem einen ein ganzes Stück  Lebensgeschichte verbindet. Doch nicht nur die emotionalen Kosten sind es, die auf die eine oder andere Art zu zahlen sind. Eine Trennung geht auch tatsächlich ins Geld – selbst dann, wenn man nicht verheiratet ist und somit keine behördliche Eheauflösung ansteht.

Allein beim Umzug ist bereits ein tiefer Griff in die Tasche dran. Renovierung der neuen Wohnung (nicht selten auch Instandsetzung der alten), Neuanschaffung fehlenden Hausrats, Umzugsfahrzeug mieten – da kann es einen schon gruseln. Kein Wunder, so ein Umzug ist kein Kinderspiel: Laut dem Deutschen Umzugsmarkt gaben 2014 rund 66 Prozent der Umzügler mindestens 1.000 Euro nur für ihren Umzug aus. Rund 28 Prozent sogar bis zu 5.000 Euro. Von Kraft- und Zeitaufwand in Form „verschleppter“ Urlaubstage reden wir erst gar nicht.

Doch es kommen meist auch unerwartete Kosten auf einen zu. Versicherungen? Mist! Plötzlich stellt man fest, dass Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz nun einzeln berappt werden müssen. Verdammt, das Auto! Was gestern noch fröhlich geteilt wurde, muss nun in doppelter Ausführung her. Spätestens da kann einem bereits der Spaß am neuen Singleleben wieder vergehen. An der Stelle hilft oft nur noch der Gang zum Kreditinstitut seines Vertrauens. Was nur die Zeit verlängert, die man an den Nachwehen der Trennung zu knabbern hat.

Eheende als finaler Schlussstrich?

Manchmal wär’s ja fast schon schön, wenn dem nur so wäre! Doch viel zu oft wird aus der ersehnten Freiheit nur eine Verlagerung des Schlachtfeldes. Vater und Mutter bleibt man ja für’s Leben. Besuchstage? Oder eher „Machtkampf der Gladiatoren“? Wieviel der Eintritt kostet? Diese Frage lässt sich weder einfach noch pauschal beantworten. Zum einen kommt’s auf die finanzielle Situation des Paares an. Denn die Anwalts- und Gerichtskosten berechnen sich anhand ihrer Vermögenswerte. Hierbei wird beim Versorgungsausgleich das gemeinsam erwirtschaftete Vermögen gerichtlich aufgeteilt. Kommen noch Streit um Unterhalt oder Sorgerecht hinzu, steigen die Kosten in ungeahnte Höhen.

Wie führt man Beziehungen? Welches „Ein-Druck“ nehmen die Kinder ins Leben mit?

 

Wirft einE PartnerIn aufgrund eines höheren Einkommens mehr Finanzmittel in die Waagschale als die oder der andere, wird dies entsprechend berücksichtigt. Bei der Anrechnung von privatem Vermögen, etwa durch angelegte Geldwerte oder Immobilien, gibt es zudem Freigrenzen, die in ihrer Höhe variieren können. Ebenso kann der Prozentsatz von 2 bis 5 Prozent variieren, der Scheidungswilligen auf ihr Vermögen angerechnet wird. Und zwar in puncto Anwalts- und Gerichtskosten. Auch eine etwaige Namensänderung hat ihren Preis. Bei Umzug eines Elternteils in eine andere Stadt können z.B. noch jahrelang Folgesachen auftreten (oft bezüglich Unterhalt, Reisekosten, Besuchsrecht & Co.). Nicht immer ist abzusehen, was mehr Probleme verursacht. Gehen oder Bleiben.

Bei Scheidungen gibt’s keine finanziellen Gewinner

Das Geld wird ja nicht mehr – selbst, wenn man es noch so gerecht aufteilt. Zudem stehen vor und auch nach der Ehescheidung oft noch weitere Kosten an. Zum einen wäre da der Unterhalt, der für gemeinsame Kinder gezahlt werden muss. Vielleicht sogar den Trennungsunterhalt, der gegebenenfalls an den weniger verdienenden Partner bis zum Vollzug der Scheidung gezahlt werden muss. Eine weitere Form des Unterhalts ist der Ehegattenunterhalt, der in bestimmten Fällen auch nach der Scheidung weiter an den ehemaligen Partner gezahlt werden muss – etwa, wenn es diesem aufgrund der Betreuung der gemeinsamen Kinder nicht möglich ist, wieder Vollzeit arbeiten zu gehen.

Trennung = Lösung? Oder nur eine Verlagerung des Kampfplatzes?

 

Kindesunterhalt muss nach einer Trennung bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres an das Kind gezahlt werden. Geht das Kind jedoch länger als bis zur Volljährigkeit zur Schule oder entscheidet sich für ein Studium, verlängert sich auch dieser Unterhaltsanspruch. Wie hoch der Unterhalt ausfällt, das hängt vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen ab. In der aktuellen Düsseldorfer Tabelle können Sie die passenden Angaben für Ihr Einkommen ablesen.

Beispielsweise müssen 2017 Unterhaltspflichtige, die bis zu 1.500 Euro netto verdienen, bis zum 5. Lebensjahr ihres Spößlings monatlich 342 Euro zahlen. Vom 6. bis 11. stehen dann 393 Euro an. Zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr sind es bereits 490 Euro. Und ab dem 18. Lebensjahr werden bis zum Abschluss der ersten Ausbildung dann monatlich 527 Euro fällig. Verdienen Sie mehr, zahlen Sie mehr.

Je nach Lebenssituation (Anzahl der Kinder, vorhandenem Vermögen) ist man – erst recht auf 10 Jahre hochgerechnet – schnell mal im sechsstelligen Bereich. Und bei Ihnen? Finden Sie’s raus. Zum Beispiel per Scheidungskostenrechner.

„Sind wir eigentlich noch zu retten?“

Kopf hoch! Vor allem, wenn noch Gefühle im Spiel sind. Denn hier ist ein schnelles Aus nur selten der richtige Schritt. Viele Paare neigen heute leider dazu, bei Beziehungsstress viel zu schnell aufzugeben. Im Zeitalter des Online Datings scheint die nächstbessere Partnerschaft ja nur einen Klick entfernt. Doch sich alle 11 Minuten zu verlieben, sagt noch nichts über eine gelingende Langzeitbeziehung aus. Im Gegenteil.

Eine Paartherapie oder ein Paarcoaching kann Ihnen helfen mit Ihrem bereits vorhandenen Partner endlich wieder in Kontakt zu kommen! Zu reden.  Über Dinge, die Sie vielleicht bisher nicht gewagt haben auszusprechen – oder die Ihnen vielleicht zum Zeitpunkt der Krise gar nicht so bewusst waren. Eine Paartherapie kann Ihnen sogar online als gezielte und individuelle Kurzzeitintervention effektiv helfen, Ihre Beziehung zu retten. Wenn Sie beide es wollen. Wenn Sie bereit sind aktiv etwas dafür zu tun. Denn wenn, erweist sich allein dadurch Ihre Beziehung schon als ‚wert gerettet zu werden‘. So wird oft nicht ‚einfach nur‘ eine Trennung vermieden. Sondern Sie lernen fürs Leben. Etwas, das Sie dann auch an Ihre Kinder werden weitergeben können:

Das Wissen, wie man eine glückliche, krisenfeste Beziehung tatsächlich führt.

Und zu welchem Preis? Zu nur einem Bruchteil dessen, was so ein endgültiger Schlussstrich kosten würde.  Von den ersparten emotionalen Schmerzen aller, der gewonnen Beziehungskompetenz und Lebensfreude ganz zu schweigen. Sie haben keine Lust drauf zu zahlen? Sie möchten lieber dazu lernen, sich weiter entwickeln, zur besten Version Ihrer selbst werden? Dann legen Sie gleich los.

Quellen und Links:

www.deutscher-umzugsmarkt.de/umzugsstatistik.html;

www.scheidung.org/scheidungskosten; duesseldorfer-tabelle-2017.info/unterhalt-duesseldorfer-tabellen;

http://www.finanztip.de/scheidungskosten-absetzen/

 

[Teil 5] Wünschen Sie noch oder leben Sie’s schon?

Hinkefuss #7: Die Flinte zu schnell ins Korn werfen.

Machen Sie sich klar, dass die Veränderung von Gewohnheiten nicht „mal eben so“ zu erreichen ist. Die Biester werden sich mit Zähnen und Klauen festhalten!

Also nicht gleich beim ersten Durchhänger komplett aufgeben. Rückfälle gehören zur Genesung. Bei jedem Kampf gegen jede Art von Sucht oder Gewohnheit. Sie sind daher überhaupt kein Grund gleich das gesamte Ziel in die Tonne zu treten, oder sich gar als Versager zu sehen.

Auch mit einem Weg der Marke „drei Schritte vor, einer zurück“ lässt sich durchaus leben. Am Ende sind das Netto immer noch jeweils zwei Fort-Schritte, auf die man mit Recht stolz sein darf und sollte!

Gemütlicher kommt man ebenfalls ans Ziel. Stressfreier sowieso. Nachhaltiger ebenfalls. Hauruck-Erfolge sind ohnehin oft schnell wieder Schnee von gestern. Wenn man aber ein paar Male gestolpert und wieder aufgestanden ist, kennt man irgendwann alle seine Lieblingsfallen aus dem „ff“. Und fällt nicht mehr so leicht wieder in die selbst gegrabene Grube. Fallen tut ja weh, mühsam raus krabbeln ebenfalls. Das übt.

Besser als aufgeben ist zu überlegen, was den jeweiligen Rückfall diesmal ausgelöst hat. Der Auslöser gehört auf eine Liste der persönlichen Gefährdungssituationen. Der Umstände, von denen man weiß, dass sie einen schwach werden lassen. Kommt man wieder in eine ähnliche Situation, kann man ihr dann mit weit mehr Vorsicht und Umsicht begegnen.

Das Wichtigste ist jedoch: Seien Sie sanft, freundlich, verständnisvoll zu sich selbst. So, wie es Ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin es wäre. Wenn wir ehrlich sind, sind wir oft zu jedem anderen rücksichtsvoller und netter als zu uns selbst. Gewohnheiten zu besiegen ist wirklich nicht leicht. Mit liebevollem Zuspruch von sich selbst und anderen, klappt es bedeutend besser, als mit „Schaffste ja eh mal wieder nich, Du Lusche.“ Mit letzterem wird man nur eines: Entmutigt.

Wäre es nicht klasse, wenn Sie sich zukünftig ermutigen würden? Statt sich zu entmutigen? Was könnten Sie nur alles erreichen, wenn Sie ein bisschen mehr FreundIn für sich selbst wären? Ganz viel bisher Unerreichtes!

Waaas? Sie haben noch keine guten Vorsätze für dieses Jahr? 😉

Dann lassen Sie sich einfach von 10 Vorschlägen inspirieren, die so einfach umzusetzen sind, dass sie keine Utopie bleiben werden. Sie erinnern sich? Nicht umgesetzte Vorsätze demotivieren und frustrieren, umgesetzte motivieren. Sie machen stolz und sind ein Boost für’s Selbstbewusstsein.

Was auch immer Sie noch vorhaben: Ich drücke Ihnen fest die Daumen für gutes Gelingen. Und stehe Ihnen auch gern persönlich zur Seite. Damit sich heimliche Wünsche in gelebtes L(i)eben verwandeln lassen.

Das ist – gewusst wie – oft leichter zu realisieren als man vorher glaubt. 🙂

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[Teil 4] Wünschen Sie noch oder leben Sie’s schon?

Hinkefuss #5: Unpassenden Zeitpunkt wählen.

Ihr Ziel heißt „Abnehmen“? Wenn mehr als die Hälfte Ihrer Familienfeiern mit absolut absehbaren Schlemmerexzessen im März jeden Jahres stattfinden, ist der Beginn erst danach wirklich sinnvoll. Sie wollen schließlich lohnenswerte Ziele erreichen. Nicht nur sich und anderen beweisen, was für ein toller Selbstquäler Sie sind. 😉

Ihr Ziel heißt „Ex-Raucher werden“? Das kostet mordsmäßig Kraft, Nerven und jede Menge Durchhaltevermögen. Daher braucht’s auch ein Möglichstes an Stressfreiheit. Dann sollten Sie definitiv nicht in einer beruflichen Höchststressphase damit beginnen wollen.

Ihr Ziel heißt „Beziehung verbessern“? Wieder mehr Spaß am Leben und mehr Freude an einander haben? Ha, das ist die berühmte Ausnahme von der Regel. Dabei ist der beste aller Zeitpunkte ausnahmslos: „Heute“.

Warum denn das?

  • Auch und gerade Beziehungsprobleme verfestigen sich im Laufe der Zeit immer weiter zu Gewohnheiten.
  • Je länger man wartet, desto schwerer fällt die Umgewöhnung. Und umso mehr Verletzungen hat man sich später mühsam wieder zu vergeben.
  • Beziehungsharmonie sorgt für ein Vielfaches an Stressresistenz, Energie und Selbstsicherheit als man in einer unglücklichen Beziehung hinbekommt.
  • Der Zustand Ihrer Beziehung wirkt sich massiv auch auf alle anderen Lebensbereiche aus. Je mehr Kraft Ihnen Ihre Beziehung schenkt statt sie zu verbrauchen, desto mehr haben Sie auch noch für andere Ziele übrig.

Also sofort starten, statt sich schwammige Ziele in grauer Zukunft setzen. Es gibt durchaus Ziele, bei denen der Zeitpunkt der Zielerreichung nicht viel ausmacht. Wer in Sachen Beziehung allerdings der Aufschieberitis frönt, wurde schon so manches mal von gepackten Koffern überrascht.

Und überhaupt: Je schneller Sie in eine bessere Beziehungszukunft starten, desto mehr Zeit bleibt Ihnen zum Glücklichsein. 😉

Loslegen? Hier geht’s lang: www.ankeenders.com

Hinkefuss #6: Sich zuviel auf einmal vornehmen.

Abnehmen und mit dem Rauchen aufhören? Und zeitgleich eine ambitionierte Weiterbildung beginnen? Das riecht bereits von Weitem nach Überforderung.

Umso zahlreicher Ihre zeitgleichen Ziele, umso mehr schrumpfen die Erfolgschancen sie auch zu erreichen. Konzentrieren sich lieber auf eine Sache, planen Sie diese gut. Und ziehen sie konsequent durch. Ist das Ziel erreicht, feiern Sie Ihren Sieg.

Stolz über Erreichtes ist der beste „Sprit“, auf dem Ihr Motivationsmotor nur laufen kann! Beste Voraussetzungen für die Erreichung Ihres nächsten Zieles. Misserfolge hingegen sind Motivationskiller. Daher: Überfordern Sie sich nicht.

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[Teil 3] Wünschen Sie noch oder leben Sie’s schon?

Hinkefuss #4: Unrealistische Ziel setzen.

Im Beruf wie im Privatleben greift in unserer modernen Welt immer mehr Optimierungs- und Leistungsdruck um sich. Nicht nur Chefs erwarten immer häufiger lückenlose Erreichbarkeit.

Auch wir selbst „terrorisieren“ uns immer öfter mit elektronischen Geräten, die alle unsere Körperfunktionen, Aktivitäten und Leistungen messen. Und die uns so zuverlässig wie gnadenlos mit unseren vermeintlichen Fehlleistungen konfrontieren.

Damit setzen wir uns nicht mehr nur im Berufsleben, sondern auch im Privatleben immer häufiger unter massiven Erwartungsdruck. Der hilft natürlich leider nicht. Im Gegenteil. Er nimmt uns den Mut, den wir für echte, nachhaltige Veränderungen brauchen. Einfach nur leben? Derzeit offenbar sowas von out! 😉

Sollten Sie sich also vornehmen nie wieder mit Ihrem Partner zu streiten? Nie wieder Chips oder Schokolade sondern ab sofort Salat zu essen – und zwar täglich und „lustunabhängig“? Bis zum Urlaub in 12 Wochen 25 Kilo abzunehmen? Oder im Höchststress einer Projektabschlussphase mit dem Rauchen aufzuhören? Wie realistisch wäre das wohl? Na? Eben!

Seien Sie möglichst sanft und gnädig mit sich. Machen Sie’s „step by step“. Planen Sie kleine, erreichbare Teilziele ein. Und einen flexiblen Zeitrahmen. Bei dem Sie sich selbst nicht unnötig unter Stress setzen. Lassen Sie Raum für die Stolpersteine des Lebens. Und wenn’s alleine nicht klappen will, gestatten Sie sich Unterstützung.

Und seien Sie ganz doll stolz auf Erreichtes – jedes kleine bisschen davon! Das ist immerhin der Sprit, der Ihren Antrieb für weitere Erfolge ausmacht. Machen Sie sich außerdem klar, dass Rückfälle natürlicher Bestandteil jedes schwierigen Umlernprozesses sind. Das ist noch lange kein „Versagen“ oder „Scheitern“. Rückfälle gehören schlicht dazu.

Mit anderen Worten: „It’s not a bug, it’s a feature.“ 😉

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[Teil 2] Wünschen Sie noch oder leben Sie’s schon?

Hinkefuss #2: Das Ziel passt schon, der Weg nicht.

Wenn Menschentyp und gewählter Weg nicht zusammen passen, nützt auch das schönste Ziel(en) nichts!

Wer Mannschaftssport mit einander fröhlich zu konkurrieren hasst, wird nicht dabei bleiben, weil ihm oder das das keinen Spaß machen will. Wer motivierende Menschen um sich braucht, wird als Einzelkämpfer leichter scheitern als in einer unterstützenden Gruppe.

Wer sich nur ungern durch Fachbücher und schriftliche Anleitungen kämpft und so gar nicht gern allein arbeitet, für den ist ein Fernstudium zur Fortbildung eher nicht die richtig Wahl. Da schaue man sich besser nach Weiterbildungen mit Präsenzunterricht um. Wo man Fragen stellen und sich mit Anderen austauschen kann.

Wer seine Beziehung verbessern möchte, jedoch seit Wochen allein nicht weiter kommt, der sollte sich fachliche Unterstützung genehmigen.

Wer etwas erreichen will tut gut daran, auch bei sich selbst für „artgerechte Haltung“ zu sorgen. Sonst meutert sehr bald das Unterbewusstsein, und macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Hinkefuss #3: Das gesetzte Ziel ist zu schwammig.

Irgendwann werde ich mal abnehmen/mit dem Rauchen aufhören/mehr Sport treiben/mich weiterbilden“ ist gar kein „Ziel“.

Vielleicht ist es noch ein Traum. Oder immerhin schon ein konkreter Wunsch. Aber noch lange kein Ziel.

Das ist etwas erst dann, wenn Sie ihm einen konkreten Rahmen geben, an dem Sie sofort und unumstößlich erkennen können, dass Sie es jetzt tatsächlich erreicht haben. Wenn Sie also in Ihre Lieblingshose wieder hinein passen, ganz entspannt nicht mehr Rauchen, oder jeden Mittwochabend konsequent Ihren Lieblingssport betreiben.

Ein Ziel hat jedoch nicht nur einen sachlichen, sondern auch einen zeitlichen Rahmen. Einen konkreten Plan. Also nicht „irgendwann“, sondern „innerhalb von 2 Wochen“, „am 01.04.“, „nach Ende des beruflichen Großprojektes“ oder „vor den Sommerferien“.

Und natürlich nützt auch der schönste Plan nix, wenn man sich nicht in Bewegung setzt, und ihn in die Tat um. 😉

Und schließlich wollen Sie ja auch mal die Erreichung Ihres Zieles feiern und ordentlich stolz auf sich sein können, nicht wahr? 🙂

 

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[Teil 1] Wünschen Sie noch oder leben Sie’s schon?

Gute Vorsätze? Derer gibt es gar viele. Nicht nur – aber besonders – zu Beginn eines neuen Jahres. Wenn wir mal hemmungslos ehrlich sind… scheitern leider die meisten. Das Ende vom Lied: Nach wenigen Tagen ist alles beim Alten. Was bleibt, sind Frustration und ein schlechtes Gewissen. Doch woran liegt’s eigentlich, dass wir so wenig vom Erhofften auch tatsächlich in die Tat umsetzen?

In der Hauptsache daran, dass wir Gewohnheitstiere sind. Gewohnheiten auszubilden ist unsere Art körperliche und geistige Energie zu sparen. In dem wir nur ein bereits gut eingefahrenes Programm abspulen müssen. Würden wir über jede Verhaltensweise erst stundenlang nachdenken müssen, kämen wir aus dem Denken nicht mehr heraus. Und keinen Millimeter vom Fleck. Auch nich so toll, oder?

Wenn es allerdings schädliche Gewohnheiten sind, wäre es ja ziemlich sinnvoll sie fix wieder loszuwerden. Da wäre neues (also un-gewohntes) Denken eine sehr feine Sache. Für den Erfolg guter Vorsätze ist genau das sogar unumgänglich.

Wenn man die häufigsten Saboteure guter Vorsätze kennt, kann man sie effektiver ausschalten. Schauen wir uns also mal näher an, was gewöhnlich deren Umsetzung recht zuverlässig vereitelt.

Hinkefuss #1: Das Ziel ist gar nicht das eigene.

Sie möchten nur Erwartungen Anderer Erfüllen? Sie wollen abnehmen, weil Sie glauben oder wissen, dass Ihr Partner das gern hätte? Ihre Partnerin hätte gern, dass Sie mit dem Rauchen aufhören, „endlich wieder Sport treiben“ oder „ein verständnisvollerer Partner werden“? Eigener Antrieb (und eigenes Problembewusstsein) ist jedoch kaum vorhanden?

Vergessen Sie’s. Ziele erreicht man nur, wenn es auch tatsächlich die eigenen sind, wenn man quasi dafür „brennt“, etwas eine starke Anziehungskraft für einen hat – den bekannten „Haben-Wollen-Effekt“.

Was Sie (mit sich und für sich) selbst ganz unbedingt erreichen wollen, können Sie auch schaffen. Wenn Ihr Weg und Ihr Ziel zusammen passen. Nur vor dem Nörgeln anderer weglaufen zu wollen, liefert hingegen keine ausreichende Motivation. ;-)))

Damit will ich keinesfalls sagen, dass man sich nicht bemühen sollte, die Wünsche des Partners oder der Partnerin zu berücksichtigen. Sollte man. Unbedingt. Nämlich genau so weit, wie die eigenen Wünsche mit denen des Anderen einigermaßen zu vereinbahren sind. Etwas tun, dass einem selbst absolut verhasst ist? Das den eigenen Werten völlig wiederspricht? Nur, weil der oder die PartnerIn es von einem will? Das rächt sich meist. Und hinterher fragen beide sich, wo diese unterschwellige Gereiztheit und Zickigkeit nur plötzlich her kommen.

Ganz klar: Wer sich selbst im Stich lässt, wird auf Dauer ungemütlich.

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Nur den Anschluss nicht verpassen!

Wir leben heute in einer ziemlich fordernden Welt. Sie ist eine, die nicht nur nach größtmöglicher Perfektion ihrer Mitbewohner (oder: Untertanen?) verlangt, sondern auch noch vorgibt zu wissen, wie diese genau auszusehen hat.

Auch behauptet das kollektive Bewusstsein dieser modernen Welt zu wissen, was ein „Fehler“ sei. Und was nicht. Und natürlich haben wir unsere Fehler gefälligst auszumerzen. Ob das nun unser Haar-, Bauch- oder Denkansatz ist. Kurz: Wir stehen permanent unter Perfektionierungsdruck.
Ob wir nun einen Job suchen, oder bereits einen haben. Wir haben nach Perfektion zu streben, das Bestmögliche aus uns und unserem Leben zu machen. Jede Karrierechance zu nutzen. Unter Myriaden von Möglichkeiten jederzeit die beste herauszupicken. Jede Minute Entscheidungen zu treffen. Aber die richtigen bittschön!

Unser gesamtes Umfeld hat da durchaus ein Auge auf uns. Und umgekehrt.

Das macht Stress. Verunsichert. Behindert den Aufbau eines stabilen Selbstbewusstseins. Wie bitte? Sind wir heut nicht alle ach so selbstbewusst? Vielleicht haben wir auch nur gelernt tunlichst so auszusehen als ob. Immerhin wissen wir ja, dass das heute quasi ins Anforderungsportfolio gehört. Im Zweifelsfall legt sich so manch einer eine Maske zu. Wichtig gucken gewinnt.

Auch Darwins „Survival of the fittest“ heißt nicht etwa übersetzt „Überleben des Stärksten“ sondern des Angepasstesten. Derjenige überlebt, „who fits like a glove“, also der, der wie ein weicher Handschuh auf’s Händchen gleitet.

Wer ständig im Außen nach Signalen suchen muss, ob er (oder sie) denn nun den aktuell die Runde machenden Ansprüchen genügt, dem bleibt nur wenig Zeit für ein sich selbst-bewusst-sein (oder werden). Dazu braucht es nämlich Muße. Vor allem die, sich mal selbst beim Denken zuhören zu dürfen. Beim Fernsehen wird das nix. Bisweilen könnte es einem vorkommen, als wüssten wir kaum noch wer und wie wir eigentlich sind. Dafür umso besser, wer und wie wir sein sollten!

Diese (über)fordernde Lebensweise macht auch vor Beziehungen nicht halt. Wie auch? Sie finden schließlich nicht im luftleeren Raum statt, sondern mittenmang, in unserer Maximierungsgesellschaft.

Und was braucht man am dringendsten für eine beglückende Beziehung?

Ein Mindestmaß an Entspannung durch das Vorhandensein eines stabilen Selbstbewusstseins. Wie soll man sich ohne ein solches denn trauen, sich überhaupt einem anderen Menschen offen, und mit allen seinen Ecken und Kanten, zuzumuten?

Dazu braucht es nun mal ein Selbstbewusstsein, das eben nicht von den eigenen, sich im Laufe eines Tages ändernden Gefühlen oder der Anerkennung der Umwelt abhängt. Eines, das sicher weiß, dass ein Mensch erst dadurch ein „perfekter Mensch“ ist, dass er Unzulänglichkeiten hat. Eines, dem glasklar ist, dass man nicht erst ein „Elite-Partner“ sein muss, um liebenswert und geliebt zu sein.

Ist ein neugeborenes Baby perfekt? Aber sowas von! Kann es bereits alles, was es einmal können wird? Nö, fast nix davon. Nur lachen, weinen, strampeln, – und sich ständig weiter entwickeln. Wodurch?

Durch Imitieren seiner Mitmenschen. Vor allem aber durch Versuch und Irrtum. Einen nach dem anderen.

Also lassen Sie uns hingehen und Fehler machen. Viele. Nur aus ihnen lernen wir. Lassen Sie uns etwas lauter auf’s Kaputtoptimieren unserer selbst pfeifen. Und lassen Sie uns dasselbe auch unseren Partnern und Partnerinnen zugestehen. Statt sie ständig perfektionieren zu wollen.

Um eine glückliche Beziehung zu erleben ist allein das nämlich bereits die halbe Miete! Was im Grunde eine ziemlich „gute Nachricht“ ist. 😉